KI-Systeme betreiben lassen, mit Zusagen statt Absichtserklärungen
Betrieb bei NexPatch umfasst Überwachung, Modellpflege, Kostenkontrolle und laufenden Abgleich mit regulatorischen Pflichten für KI-Systeme, die bereits produktiv laufen. Wir arbeiten dabei mit einem generellen Betriebsziel von 99,9 Prozent Verfügbarkeit, ohne dass dies eine individuelle Garantie je Kunde darstellt, und mit gestaffelten Reaktionszeiten je nach Schweregrad eines Vorfalls.
Warum KI-Projekte nach dem Go-live scheitern
Ein System, das beim Rollout funktioniert, funktioniert nicht automatisch ein Jahr später noch genauso gut. Drei Gründe erklären die meisten Ausfälle nach dem Go-live.
Datenquellen ändern sich, Formate wechseln, neue Ausnahmefälle tauchen auf, die beim Aufbau niemand kannte. Ein System, das auf dem Datenstand von vor einem Jahr angebunden wurde, arbeitet mit der Zeit an der Realität Ihres Unternehmens vorbei, wenn niemand die Anbindung nachführt.
Ohne laufende Kontrolle steigt die Rechenlast unbemerkt. Mit wachsender Nutzung wächst der Bedarf an Rechenleistung, und wenn niemand diesen Zusammenhang beobachtet, wird die Entwicklung erst sichtbar, wenn die Rechnung schon gestiegen ist.
Nach Projektabschluss ist oft niemand mehr klar verantwortlich, bis ein Ausfall die Lücke sichtbar macht. Das Projektteam wird aufgelöst, die Verantwortung wandert formal an die IT-Abteilung, die eigene Prioritäten hat und das System nicht im gleichen Detail kennt wie die Menschen, die es gebaut haben.
Betrieb als eigene Leistung adressiert alle drei Punkte von Anfang an, mit klaren Zuständigkeiten statt einer Lücke, die erst nach einem Ausfall auffällt.
Was wir im laufenden Betrieb übernehmen
Wir beobachten die Qualität der Ergebnisse und die technische Verfügbarkeit laufend, statt erst bei Auffälligkeiten zu reagieren. Dazu gehört eine regelmäßige, für Sie nachvollziehbare Berichterstattung, damit Sie den Zustand Ihres Systems nicht erst bei einem Vorfall erfahren.
Wir aktualisieren, prüfen und tauschen eingesetzte Sprachmodelle, wenn ein neueres für Ihren Anwendungsfall besser geeignet ist. Ein Austausch erfolgt nie ungeprüft, sondern erst nach einer Testphase, in der das neue Modell an Ihren eigenen Anforderungen gemessen wird, nicht an allgemeinen Vergleichswerten.
Wir behalten die Rechenlast im Blick und melden uns, bevor eine Kostenentwicklung überraschend wird. Steigt die Nutzung stärker als erwartet, sprechen wir das früh an, statt Sie am Monatsende mit der Rechnung zu überraschen.
Wir gleichen Ihr System laufend mit den Pflichten aus EU AI Act, DSGVO und branchenspezifischen Vorgaben ab, nicht nur einmalig beim Rollout. Ändert sich eine Frist oder eine Anforderung, etwa weil Ihr System durch wachsende Nutzung in eine andere Risikoklasse rückt, ziehen wir das nach und passen die Dokumentation an.
Servicestufen im Überblick
| Servicestufe | Für wen geeignet | Reaktionszeit |
|---|---|---|
| Basis | Interne Werkzeuge mit geringer Auswirkung bei Ausfall | Wird im Vertrag festgelegt |
| Erweitert | Produktive Systeme mit regelmäßiger Nutzung | Wird im Vertrag festgelegt |
| Kritisch | Systeme mit unmittelbarer Auswirkung auf Kundengeschäft | Wird im Vertrag festgelegt |
Wir nennen hier bewusst keine Zahl. Eine allgemeine Reaktionszeit müsste für ein internes Werkzeug anders aussehen als für ein System, an dem Ihr Kundengeschäft hängt, und eine Zahl für beides wäre für beide falsch. Die Frist legen wir je Servicestufe im Betriebsvertrag fest. Wie die Schweregrade definiert sind, in welchen Zeiten die Zusage gilt und was bei einer Fristüberschreitung passiert, steht unter Service Level im Betrieb →.
Wie die Zusammenarbeit im laufenden Betrieb aussieht
Betrieb ist bei uns keine anonyme Warteschlange für Support-Tickets. Jedem Vertrag ist ein benannter Ansprechpartner zugeordnet, der Ihr System und Ihren Anwendungsfall kennt, mit einer Stellvertretung für Abwesenheiten. In regelmäßigen Abständen, abgestimmt auf Ihre Servicestufe, fassen wir den Zustand des Systems in einem kurzen, verständlichen Bericht zusammen, statt Rohdaten unkommentiert weiterzureichen. Größere Änderungen, etwa ein Modellwechsel oder eine Anpassung der Freigabelogik, besprechen wir vorab mit Ihnen, statt sie einseitig durchzuführen.
Was Sie in jedem Fall behalten
Auch im laufenden Betrieb bleiben die Rechte an Ihren Daten, Ihren Modellen und Ihrer Konfiguration bei Ihnen. Sie behalten jederzeit Zugriff auf Ihr System, auf die Protokolle und auf die zugrunde liegenden Modellgewichte. Das gilt unabhängig davon, wie lange die Zusammenarbeit bereits läuft, es gibt keinen Zeitpunkt, ab dem diese Rechte stillschweigend auf uns übergehen. Ein Betrieb bei uns ist damit kein Vertrag, der Sie an uns bindet, sondern eine Dienstleistung, die Sie unter den vertraglich vereinbarten Bedingungen jederzeit beenden können.
Diese Trennung zwischen Dienstleistung und Eigentum ist bewusst so gestaltet, weil wir davon ausgehen, dass Vertrauen sich über die Zeit aufbaut, nicht durch vertragliche Bindung erzwungen werden sollte. Ein Kunde, der jederzeit gehen könnte, es aber nicht tut, ist für uns die verlässlichere Bestätigung, dass unsere Arbeit etwas wert ist, als eine lange Kündigungsfrist es je sein könnte.
Was der Betrieb kostet
Die Grundlage der Abrechnung ist ein monatlicher Betrag, der sich nach Servicestufe, Anzahl der betreuten Systeme und vereinbarten Reaktionszeiten richtet. Anders als bei einer Abrechnung pro Anfrage bleibt dieser Betrag über den Monat hinweg planbar, unabhängig davon, wie stark ein System an einzelnen Tagen genutzt wird. Der genaue Betrag steht erst nach der Bestandsaufnahme schriftlich fest. Rahmenbeträge zur Orientierung finden Sie unter Preise →.
Wie Sie wieder gehen
Ein Betriebsvertrag bei uns ist monatlich kündbar nach einer vertraglich vereinbarten Mindestlaufzeit. Der vollständige Ausstiegsprozess, inklusive der Frage, welches Format Sie für Ihre Daten und Modelle erhalten und was der Ausstieg kostet, steht unter Anbieterwechsel bei KI-Systemen →.
Wann sich ein Wechsel in den Betrieb lohnt
Nicht jedes Unternehmen braucht Betrieb von Anfang an. Wer gerade erst einen ersten Piloten testet, kann diesen zunächst ohne eigenen Betriebsvertrag laufen lassen. Sobald ein System jedoch in den produktiven Rollout übergeht und von Mitarbeitern im Tagesgeschäft genutzt wird, verschiebt sich das Risiko eines unbetreuten Systems spürbar, weil ein Ausfall dann nicht mehr nur ein internes Testszenario betrifft, sondern echten Arbeitsablauf unterbricht. Die meisten unserer Kunden entscheiden sich deshalb spätestens mit dem Übergang vom Piloten in den Rollout für einen Betriebsvertrag, statt diese Entscheidung erst nach dem ersten größeren Vorfall zu treffen, wenn der Schaden bereits entstanden ist.